Am 9. Mai 2026 folgten rund 25 Gemeinderätinnen und Gemeinderäte aus den Kommunen im Landkreis Karlsruhe der Einladung zur 3. Auflage des Formats GemeinderatKompakt. Dieses Mal hatte der Kommunale Klimaschutzverein im Landkreis Karlsruhe e. V. (KSV) nach Neunkirchen im Odenwald eingeladen, um das dortige Nahwärmeprojekt “100 % Neunkirchen” zu besichtigen. Das Wärmenetz versorgt seit Inbetriebnahme vor einem knappen Jahr rund 220 Gebäude mit Wärme aus regenerativen, regionalen Energieträgern.
Bereits 2018 hatte Bürgermeister Knörzer im Rahmen eines Quartierskonzepts auf das Konzept der Versorgung nahezu aller knapp 1.900 Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde mit CO2-neutraler Wärme gesetzt und den Gemeinderat auch angesichts massiv steigender Kosten im gesamten Bausektor in den letzten Jahren überzeugen können, das Projekt zu Ende zu bringen. Entsprechend beeindruckt zeigten sich die Gäste aus dem Kreis Karlsruhe nicht nur bei der Besichtigung der Heizzentrale in nachhaltiger Holzbauweise, die im Mai 2025 in Betrieb genommen worden war.
Gespeist wird das Wärmenetz aus einer Großwärmepumpe, die in der kalten Jahreszeit um einen Heizkessel zur Verfeuerung von regionalen Holzhackschnitzeln ergänzt wird. Der Strom für Wärmepumpe und Heizzentrale wird zu 100 % aus einer Freiflächen-PV-Anlage mit Batteriespeicher erzeugt, ein 1.000-m3-Wärmespeicher sorgt zusätzlich für eine Pufferung von Erzeugungs- und Wärmebedarf-Spitzen.
Bei der regen Diskussion im Anschluss an die Führung äußerte Bürgermeister Knörzer seine Einschätzung, dass dieses Projekt nur realisiert werden konnte, weil er sich mit dem Gemeinderat darauf verständigen konnte, dass man den nächsten Generationen verpflichtet sei. Auch beim anschließenden Imbiss vom genossenschaftlich organisierten Dorfladen zeigten sich die Gäste immer noch beeindruckt, was eine so kleine Gemeinde aus eigener Kraft auf die Beine stellen kann. Dass auch die Umwelt-und Energieagenture Kreis Karlsruhe (UEA) die Gemeinde Neunkirchen bei der Antragstellung für Fördergelder als Modellkommune erfolgreich unterstützen konnte, tut dem sicherlich keinen Abbruch.
Einig war man sich, dass die Exkursion sich gelohnt habe, als Isabel Schonath, Koordinatorin des KSV bei der UEA, die Mitreisenden nach der gemeinsamen Heimfahrt verabschiedete. Und einige betonten, wie sie sich schon jetzt auf die nächste Ausgabe von “GemeinderatKompakt” freuen.


















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