Mit einem Festakt anlässlich des Dorffestes wurde am 11. Juli 2026 das gemeindeweite Nahwärmenetz von Neunkirchen eingeweiht. Damit übergab Bernhard Knörzer, Bürgermeister des 1.800-Seelen-Dorfs im Neckar-Odenwald-Kreis, das bereits vor einem guten Jahr teilweise in Betrieb genommene Wärmenetz auch symbolisch an seine Mitbürgerinnen und Mitbürger. Auch für die Umwelt-und energieagentur Kreis karlsruhe (UEA), die das Projekt seit fast zehn Jahren intensiv begleitet und der Gemeinde mit Rat und Tat zur Seite gestanden hatte, fand damit ein außergewöhnliches Projekt seinen Schlusspunkt.
Welche Strahlkraft der ambitionierte Baustein einer kommunalen Wärmewende bis in die Bundespolitik hat, zeigte sich am hohen Besuch aus Berlin: Die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken ließ es sich nicht nehmen, gemeinsam mit Landrat Dr. Achim Brötel und Bürgermeister Knörzer den roten Knopf zu drücken, der das Wärmenetz symbolisch startete – auch wenn es freilich schon einige Monate einen großen Teil der Neunkirchener Haushalte mit umweltfreundlicher Wärme versorgt hatte.
Gerade in Zeiten, in denen kommunale Infrastrukturprojekte in der Bevölkerung zunehmend kritisch gesehen werden, feiert man hier ein Musterbeispiel ein Modellprojekt für die Investition in die Energiewende von Bürgern für Bürger. Schon der Name ist dabei Programm: “100 % Neunkirchen” hatte von Anfang an das Ziel, allen Haushalten den Anschluss an das Netz zu ermöglichen, um sich mit langfristig gesicherter und preisstabiler Wärme aus 100 % erneuerbaren Energien zu versorgen. Kein Wunder, dass man bei dem Festakt mit kleiner Pyroshow und der von einem Gemeinschaftschor vorgetragenen “Ode an die Freude” rundum zufriedene bis strahlende Gesichter sah.
16 Millionen Euro hatte die Gemeinde in den letzten zweieinhalb Jahren investiert, knapp die Hälfte davon finanziert über die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb “Kommunale Klimaschutz-Modellprojekte” des Bundeswirtschaftsministeriums. Auch an der letztendlich erfolgreichen Förderantragstellung war die UEA maßgeblich beteiligt. Ein weiterer Erfolgsfaktor sei die gute und enge Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro IBS Schuler gewesen, da ist sich UEA-Projektleiter Karsten Thiel sicher. Gemeinsam habe man im Gespräch mit Bürgermeister Knörzer immer wieder auch neue Lösungswege gefunden in den vergangenen Jahren, in denen sich die äußeren Rahmenbedingungen immer wieder drastisch verschlechtert hätten. Das sei nur möglich gewesen, weil man alle Beteiligten überzeugen konnte, dass Aufgeben keine Option sei. Dass sich das gelohnt hat, würden wohl offenkundig so gut wie alle Bürgerinnen und Bürger der Odenwaldkommune unterschreiben.














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