Zunehmend sind Batteriespeicher, insbesondere als Solarstromspeicher, als eine wichtige Stütze der Energiewende in der Diskussion. Dass solche Speicher inzwischen profitabel sein können und wie man die Wirtschaftlichkeit eines Batteriespeichers in drei Schritten berechnen kann, hat jüngst das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Informationsprogramm Zukunft Altbau in einer Pressemitteilung unter die Lupe genommen.
Dass Batteriespeicher insbesondere für größere Photovoltaikanlagen in vielen Fällen eine sinnvolle Ergänzung sind, hat sich ebenso herumgesprochen wie die Tatsache, dass man damit durchaus auch Geld sparen oder sogar verdienen kann. Zukunft Altbau hat nun darauf hingewiesen, dass wenige Kennzahlen ausreichen, um die Wirtschaftlichkeit des Speichers zu ermitteln.
Die wichtigsten Faktoren sind die Zahl der Speicherzyklen, die Lebensdauer des Solarspeichers und der Preis pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Grob gesagt kann sich die Investition lohnen, wenn der Speicher bei einer Lebensdauer von mindestens 15 Jahren weniger als 600 € pro kWh Speicherkapazität kostet. Und das gibt der Markt durchaus her, der mittlerweile zahlreiche Systeme mit Angeboten deutlich unterhalb dieses Preises bereithält. Damit lassen sich attraktive finanzielle Überschüsse erzielen – insbesondere bei dynamischen Stromtarifen, wenn der Speicher zusätzlich billigen Netzstrom „zwischenparkt“ und teuren Netzstrom ersetzt.
Die Wirtschaftlichkeit lässt sich laut Pressemitteilung in drei Schritten selbst überschlagen:
- Berechnung der Ersparnis zwischen einer kWh Strom aus dem Netz und einer selbst erzeugten und gespeicherten Kilowattstunde: Bei den aktuell rund 0,33 € pro kWh aus dem Netz und den knapp 0,08 € für das Einspeisen selbst produzierten Stroms würde die Ersparnis pro kWh bei Eigennutzung z.B. rund 25 Cent betragen.
- Ermittlung der Kosteneinsparung pro kWh Speicherkapazität über die Lebensdauer der Batterie: Bei den derzeit üblichen 225 Vollzyklen pro Jahr lassen sich bei einer Lebensdauer von 15 Jahren rund 840 € pro Kilowattstunde Speicherkapazität einsparen (225 Zyklen * 25 Cent Ersparnis * 15 Jahre).
- Einrechnung der Speicherverluste: Bei realistisch angesetzten Umwandlungsverlusten von 15 Prozent verbleiben über die Lebensdauer der Batterie rund 720 € Ersparnis pro kWh Speicherkapazität.
Unterschreiten die Anschaffungskosten des Batteriespeichers pro kWh Kapazität den so ermittelten Wert, ist der Speicher voraussichtlich wirtschaftlich, übersteigen sie ihn, dürfte die Anschaffung unrentabel sein.
Dabei weist Frank Hettler von Zukunft Altbau darauf hin, dass der Speicher nicht wesentlich größer sein sollte als der Jahresstromverbrauch in MWh. „Ein Haushalt mit 6.000 kWh Jahresverbrauch, das sind sechs Megawattstunden, fährt in der Regel mit einer Speicherkapazität von rund sechs bis acht kWh gut. Mit Blick auf eine Zukunft mit Elektroauto und Wärmepumpe kann allerdings bereits heute die Anschaffung eines größeren Speichers sinnvoll sein.“ Einen Praxistipp für die ungefähre Ermittlung hat UEA-PV-Experte Simon Kostelecky auf Lager: “Die Größe kann sich grob am Strombedarf in der Dunkelzeit (19 Uhr bis 7 Uhr morgens) orientieren. Um den zu ermitteln, braucht man nur an einigen Tagen mit typischen Stromverbrauch den Zähler in dieser Zeit abzulesen.”
Und beide empfehlen, sich einige Vergleichsangebote von Anbietern von PV-Anlagen einzuholen. Ein Verzeichnis entsprechender Anbieter hat das Netzwerk PV unter photovoltaik-bw.de/pv-netzwerk/solarteurbetriebe zusammengestellt. Interessant ist in dem Zusammenhang sicher auch das Ergebnis einer Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, deren Ergebnisse unter solar.htw-berlin.de/studien/stromspeicher-inspektion-2026 zur Verfügung stehen.
Wer sich kostenlos tiefergehend beraten lassen möchte, kann sich direkt an das Team von Zukunft Altbau wenden, entweder am Beratungstelefon unter 08000 12 33 33 (Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr) oder per E-Mail an . Wer im Landkreis Karlsruhe wohnt bzw. eine PV-Anlage betreibt, kann selbstverständlich auch das ebenfalls kostenfreie Beratungsangebot der UEA in Anspruch nehmen. Kontaktdaten zur Terminvereinbarung dafür gibt es unter zeozweifrei.de/photovoltaik.





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