Ein spannendes Interview zu einem Best-Practice-Beispiel im Holzbau mit Umwelt- und Energieagentur CEO Birgit Schwegle und weiteren Beteiligten ist jetzt online verfügbar. In dem knapp dreizehnminütigen Video zur Kleiststraße 4 bis 6 in Bretten erklären Schwegle, der Geschäftsführer der Städtischen Wohnungsbau GmbH Bretten Daniel Veit und der ausführende Architekt Bernd Becker, was letztendlich zur Entscheidung für einen Holzbau geführt hat und welche Vorteile sie mit sich bringt.
Zunächst unterstreicht Birgit Schwegle die große Bedeutung des Holzbaus für die Nachhaltigkeit, da zum einen die Baustoffe entweder CO2-neutral oder zumindest CO2-freundlicher als herkömmliche Materialien sind, zum anderen aber auch einfacher wiederverwendet werden können und, sofern das Holz aus der Region stammt, auch deutliche weniger Transportemissionen verursachen. Aus diesem Grunde habe man im vorliegenden Fall besonders auf die regionale Herkunft der Hölzer mit dem Qualitätslabel HOLZ VON HIER ® geachtet.
Die endgültige Entscheidung des Bauträgers, bei dem übrigens als Sozialwohnungsbau realisierten Projekts auf Holzbauweise umzusteigen, hatte dann zunächst ganz pragmatische Gründe: Da die Baustelle sehr beengt liegt und weder Lagerfläche noch komfortable Zuwegungen möglich waren, fasste man zunächst eine modulare Holz-Ständerbauweise ins Auge. Letztendlich entschied man sich dann für eine noch viel nachhaltigere, nämlich Vollholz-Bauweise, die am Ende nur 5-6% höhere Baukosten verursacht hat, damit aber bei einer Lebenszyklusbetrachtung bei weitem ökonomisch wie auch ökologisch günstiger ist. Überzeugt zeigt sich auch der Architekt und betont, dass nicht nur die gesamte Holzkonstruktion ohne Klebstoffe und nur mit mechanischen Verbindungen funktioniert, sondern sogar teilweise Schadhölzer zum Einsatz kommen konnten, ohne Statik oder Wohnqualität zu beeinträchtigen.
Um die Nachhaltigkeit des Bauvorhabens über die Materialwahl hinaus zu prüfen und natürlich auch nachzuweisen, wurde das Projekt mit dem Leitfaden Nachhaltig Bauen (LNB) begleitet. Verantwortlich für die Umsetzung war Matthias Haas vom Büro BAUcon, der in dem Video auch auf Anwendung und Inhalte des LNB eingeht. Dabei wurde im LNB auch positiv bewertet, dass im Zuge des Bauvorhabens ein kleines Nahwärmenetz errichtet wurde, das gemeinsam mit anderen kleinen Netzen in Bretten einen weiteren Schritt hin zu einem Nahwärmeverbund innerhalb der Stadt beiträgt. Darauf weist in dem Video auch Brettens Erster Bürgermeister Michael Nöltner hin, der in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnungsbaugesellschaft zu Wort kommt.
Nöltner zeigt sich auch stolz, dass in diesem Fall sozialer Wohnungsbau und Nachhaltiges Bauen zusammengebracht werden konnten. Dabei verleiht er auch seiner Dankbarkeit der UEA gegenüber Ausdruck. Nach seinen Worten hätte man ohne deren konsequente Beratung und Begleitung in diesem Vorhaben nicht gewagt, diesen Schritt zu gehen.









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