Der Ausbau der Windenergie an Land hat im ersten Halbjahr 2025 in Deutschland deutlich an Fahrt gewonnen. Mit mehr als 400 neuen Windenergieanlagen und rund 2.202 MW Leistung wurde der beste Halbjahres-Zubau seit 2017 erreicht – ein Plus von etwa zwei Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Nach Abzug von etwa 210 stillgelegten Anlagen (326 MW) ergibt sich ein Netto-Zuwachs von etwa 1.876 MW. Insgesamt stieg die installierte Leistung deutschlandweit auf 65.344 MW in knapp 29.000 Anlagen.
Drei Bundesländer sind dabei deutlich schneller als die anderen: Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein dominieren erneut mit über der Hälfte des Brutto-Zubaus. Im Ländervergleich bleibt Baden-Württemberg deutlich zurück.
Aber auch in Baden-Württemberg bewegt sich etwas – wenn auch mit spürbar gemächlicherem Tempo. Rund 777 Windkraftanlagen sind derzeit in Betrieb, weitere 749 Projekte befinden sich in Planung, der Genehmigungsphase oder sind bereits genehmigt. Damit würde der Zubau bei Realisierung aller Anlagen immerhin fast 100 % erreichen.
Baden-Württemberg strebt außerdem an, 1,8 % seiner gesamten Landesfläche als Vorranggebiete für Windenergie zu sichern. Die Vorgabe hat der Bund zwar allen Ländern gemacht, aber erst bis zum Jahr 2032. Unser Bundesland dagegen will das Ziel bereits bis Ende 2025 erreichen und wäre damit immerhin sieben Jahre früher soweit.
Und das ergibt auch Sinn, denn Studien zeigen, dass das Land aktuell nur etwa 3 % der bundesweiten Windenergieleistung beisteuert – bei rund 776–780 Anlagen mit ca. 1,8 GW installierter Leistung. Der jährliche Netto-Zubau der vergangenen zwei Jahrzehnte lag bei etwa 80 MW – um Klimaziele zu erreichen, müsste Baden-Württemberg künftig jährlich 400–650 MW zubauen, also den Zubau verfünffachen.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Deutschland im ersten Halbjahr 2025 einen kräftigen Windenergie-Aufschwung verzeichnet – mit Rekord-Zubau und einer starken Steigerung gegenüber 2024. Baden-Württemberg bleibt dabei zwar ein kleiner, aber zunehmend aktiver Akteur. Der Ausbau ist auf Kurs, aber bei Weitem noch nicht ausreichend – sowohl bei der Umsetzung als auch bei der Fläche und Netzanbindung. Es bleibt abzuwarten, ob das beschleunigte Tempo auch auf lange Sicht aufrechterhalten werden kann.






Comments are closed.