Einmal mehr wird die Große Kreisstadt Bruchsal zur Vorreiterin der Wärmewende: Als erste Kommune in Baden-Württemberg speist die größte Stadt im Kreis Karlsruhe ab Herbst 2026 Fernwärme aus Tiefengeothermie in ihr Netz ein. Ein weiterer Meilenstein, der zeigt, wie lokale Energieprojekte die Energiewende konkret gestalten können. Bruchsal ist damit nicht zum ersten Mal Vorreiter in diesem Feld und war beispielsweise die erste Stadt im Land, die (übrigens als Modellkommune) ihre Kommunale Wärmeplanung erstellt hatte.
Die Wärme, die nun das Netz ergänzen soll, stammt aus dem dienstältesten Geothermiekraftwerk des Landes, das seit 17 Jahren zuverlässig läuft – ohne seismische Vorkommnisse oder Anwohnerbeschwerden. Für Thomas Kölbel, Geschäftsführer der Geothermie-Gesellschaft Bruchsal GmbH, ist das ein Beleg für die gründliche Planung und hohe Ingenieurskunst. Die von der EnBW betriebene Anlage liefert aktuell bis zu 6.000 kW thermische Leistung. Mit dem anstehenden Pumpentausch wird sich diese Leistung verdoppeln, sodass die Geothermie das Rückgrat der Bruchsaler Wärmeversorgung wird.
Die Stadtwerke Bruchsal investieren rund 100 Millionen Euro, um ihr Fernwärmenetz bis 2036 so auszubauen, dass ein Viertel aller Haushalte in der Kernstadt angeschlossen werden können. „Wir wollen Leuchtturmregion sein und uns bis 2040 selbst versorgen“, erklärt der jüngst gewählte Oberbürgermeister Sven Weigt. Schon heute profitiert die Landespolizeischule von der geothermischen Wärme. In der nächsten Ausbaustufe soll auch das nahe Industriegebiet an der Autobahn angeschlossen werden.
Sebastian Haag, Geschäftsführer der Stadtwerke, schreibt der Tiefengeothermie eine entscheidende Rolle für das Gelingen der Wärmewende zu. In den kommenden zehn Jahren könne das Tiefengeothermie-Karftwerk rund 65 Prozent des Wärmebedarfs der gesamten Kernstadt decken – mit klimafreundlicher und langfristig kostenstabiler Energie, erzeugt aus Wärmepotenzialen in der eigenen Stadt.
Weitere interessante Details finden sich auch in einem Beitrag des Südwestrundfunks.







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