Rund 40 Mitglieder der Gemeinderäte aus den 32 Städten und Gemeinden im Landkreis Karlsruhe waren am 19. Juli 2025 dem Ruf des Kommunalen Klimaschutzvereins im Landkreis Karlsruhe e. V. (KSV) zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „GemeinderatKompakt“ gefolgt. In der KLIMA ARENA in Sinsheim erwarteten sie spannende Vorträge und eine Diskussion zu einem Thema, das die meisten von ihnen nicht erst seit gestern umtreibt: Wie können wir uns angesichts klammer kommunaler Kassen auf Klimaschutzprojekte konzentrieren, die finanzierbar sind oder dem Gemeindesäckel sogar mittel- bis langfristig Einsparungen versprechen?
Timur Özcan, Bürgermeister von Walzbachtal und Vorstandsmitglied des KSV, machte in seinen Grußworten klar, dass für auch bei begrenzten finanziellen Mitteln kein Weg an Klimaschutz und Nachhaltigkeit vorbeiführe. Dass das vertretbar ist, zeigte dann Isabel Schonath, Koordinatorin des KSV bei der UEA in einem kurzen Abriss der Aktivitäten im Landkreis, die in der Region durchaus Erfolge in Sachen Wärme- und Stromwende, aber auch bei Nachhaltigem Bauen und Klimabildung erzielt haben.
Den Auftakt der Expertenrunde machte dann Dr. Sybille Klenzendorf, Artenschutzleiterin beim WWF, mit einem tiefen Einblick in die Bedeutung des Naturschutzes für den kommunalen Klimaschutz. Als Gemeinderätin in Forst (Baden) gab sie auch ein sehr persönliches Fazit ab, was sie zu ihrem Engagement für das Klima geführt hat. Auch beim Publikum sorgten ihre Fotos von konkreten Klimaauswirkungen in der kanadischen Arktis, wo sie sich lange als Forscherin aufgehalten hatte, für Betroffenheit.
Spannend wurde es dann für alle, die sich für den Praxiseinsatz wissenschaftlicher Modelle interessieren. Dipl.-Ing. Heidi Hottenroth vom Institut für Industrial Ecology (INEC) an der Hochschule Pforzheim warf einen Blick auf das konkrete Beispiel einer Kommune im Enzkreis, die sie beratend begleitet hat. Durch eine wissenschaftlich fundierte Modellierung der Energiesysteme und eine Lebenszyklusbetrachtung konnte sie einen Ansatz entwickeln, mit dem die Gemeinde die langfristigen Kosten, gleichzeitig aber auch ihren Treibhausgasausstoß senken kann.
Zum Abschluss zog Jürgen Hemberger, Fachbereichsleiter für Energiemanagement und effiziente Sanierungen in Waldbronn, noch einmal die kommunale Brille auf und berichtete aus der Praxis über erfolgreiche Projekte und Strategien in seiner Gemeinde. Großes Interesse zeigten manche im Publikum daran, wie die Gemeinde mit ihrem Kommunalen Energiemanagement (KEM) Kosteneinsparungen erzielt – bei gleichzeitiger Senkung der Treibhausgasemissionen. Waldbronn hatte als erste Gemeinde im Landkreis das erfolgreiche Format der Klimaschutzwerkstätten eingeführt und zählt in einigen Klimaschutzaspekten zu den Vorreitern in der Region.
Die anschließende Fragerunde brachte die unterschiedlichen Blickwinkel noch einmal zusammen und gab reichlich Hinweise auf Lösungsansätze zu häufig geäußerten Herausforderungen der Kommunen. Insbesondere die Vernetzung über Fraktions- und Kommunalgrenzen hinweg wurde immer wieder als wichtige Voraussetzung für das Erreichen der Klimaschutzziele genannt. Gleichwohl blieben auch Fragen offen, die teilweise beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen im zwanglosen Gespräch vertieft wurden, bevor zum Ausklang alle noch zu einer Führung durch den Ausstellungsteil der KLIMA ARENA eingeladen waren.
Einig waren sich die Gäste nach einem spannenden und informativen Vormittag, dass sie die Fortführung der Veranstaltungsreihe „GemeinderatKompakt“ sehr begrüßen.
Ein kurzes Video von der Veranstaltung auf Instagram, YouTube oder LinkedIn.


















































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