Am 26. Februar 2025 hatte die UEA wieder zu der inzwischen etablierten Inforeihe EnergiewendeKompakt eingeladen. Das Thema war auch dieses Mal für eine ganze Reihe der Landkreiskommunen topaktuell: „Freiflächen-PV im Landkreis Karlsruhe – Wie können Kommunen konkret Projekte steuern und umsetzen“. Moderiert wurde die Veranstaltung von UEA-Experte Simon Kostelecky, der auch zu Beginn ins Thema einführte.
Nicht zuletzt im Zuge der Teilfortschreibung des Regionalplans durch den Regionalverband Mittlerer Oberrhein (RVMO) ist das Thema Freiflächen-PV in den vergangenen Wochen stärker ins Bewusstsein geraten: Im Moment geht die Ausweisung der Vorranggebiete für Freiflächen-PV durch den RVMO in die letzte Runde. So war es keine Überraschung, dass aus den 32 Städten und Gemeinden des Landkreises 18 kommunale Vertreterinnen und Vertreter zugeschaltet waren.
Folgerichtig machte auch Tamara Schnurr, stellvertretende Verbandsdirektorin des RVMO, den Auftakt der Expertenbeiträge. Als leitende Planerin konnte sie dem Publikum aus erster Hand die rechtlichen Hintergründe, die Ergebnisse der Untersuchungen für die Flächenausweisung und den aktuellen Verfahrensstand vor Augen führen. Dabei wies sie eindringlich darauf hin, dass bei tatsächlichen Planungen zur Errichtung einer FF-PV-Anlage die Kommune zuständig bleibe. Gleichwohl regte sie in diesen Fällen eine enge Abstimmung mit dem Regionalverband an, der mit jeder Menge Erfahrungshintergrund wertvolle Unterstützung im Verfahren leisten könne.
Anschließend lieferte Daniel Knoll, Geschäftsführer der Sonnige Projekte GmbH aus Heilbronn, einige Hintergrundinformationen für mögliche Freiflächen-PV-Anlagen und verglich ihre Effizienz und Wirtschaftlichkeit auch mit Dach-Anlagen oder den mittlerweile in Baden-Württemberg vorgeschriebenen Parkplatz-Überdachungen. Besonders interessant für das Publikum waren dabei neben dem Flächenbedarf für eine vorgegebene Nennleistung die Stromerzeugungskosten im Vergleich zu anderen Anlagen. Am Praxisbeispiel des Bürger.Solarparks Eppingen rundete er seinen Vortrag ab.
Den Abschluss der Input-Beiträge machte Dr. Stefan Blüm, Leiter Energiedienstleistungen/Erneuerbare Energie bei den Stadtwerken Ettlingen. Anhand des Best-Practice-Beispiels “Hagbruch” zeigte er, wie die Stadtwerke als kommunaler Energieversorger die Realisierung eines Solarparks mit einer Nennleistung von fast 4.000 kWp begleitet haben. Dabei wurde zum einen die Wertschöpfung in der Region gehalten, zum anderen aber das Risiko für den Steuerzahler (und auch Kunden der Stadtwerke) minimiert. Möglich wurde das durch eine Kooperation zwischen der BürgerEnergiegenossenschaft Karlsruhe Ettlingen und der BBEK GmbH, einer gemeinsamen Tochter der kommunalen Stadtwerke von Bruchsal, Bretten, Ettlingen und Karlsruhe.
In den Fragerunden wurden nicht nur spannende Fragen an die Referentin und die Referenten gerichtet, sondern auch das kurze und kompakte Online-Format der Veranstaltung einmal mehr gelobt.
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