Am 6. November 2025 kamen Vertreterinnen und Vertreter aus mehr als 10 Kommunalverwaltungen in Rheinstetten zusammen, um sich über Möglichkeiten der nachhaltigen Entwicklung von Gewerbeflächen auszutauschen. Eingeladen hatte der Verband Region Karlsruhe im Rahmen des Projekts GE FLÄIR; Gastgeber war die Firma Küffner Aluzargen GmbH & Co. OHG, die nicht nur nachhaltige Türen- und Raumtrennsysteme anbietet, sondern sich auch beim Neubau ihres Bürogebäudes für mehr Nachhaltigkeit entschieden hat.
Zunächst begrüßte Verbandsdirektor Prof. Dr. Matthias Proske die Anwesenden, bevor Sara Reichwein, beim Regionalverband zuständig für das Projekt „Regionales Gewerbeflächenmanagement“, kurz und knapp die Grundzüge von GE FLÄIR erläuterte. Es gehe darum, die Entwicklung kommunaler Gewerbeflächen angesichts knapper Kassen und begrenzter räumlicher Ressourcen effizient zu gestalten, ohne dabei Aspekte wie Energieeffizienz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu vernachlässigen.
Als Praxisbeispiel erläuterte im Anschluss Peter Bischoff, geschäftsführender Gesellschafter von Küffner Aluzargen, bei einem eindrucksvollen Betriebsrundgang das Konzept des nachhaltig gebauten Bürogebäudes in Holzhybrid-Bauweise. Es ist mit Photovoltaikanlage, Fußbodenheizung und Dachbegrünung ausgestattet und wird durch eine Produktionshalle in Holzständerbauweise ergänzt, die ebenfalls mit Photovoltaik belegt ist. Weitere Besonderheiten sind ein integriertes Hochregallager sowie die Betonkernaktivierung über eine Wärmepumpe. Zwischendurch gab es immer wieder interessante Einblicke in die Unternehmenshistorie und -philosophie.
Ein weiteres gelungenes Projekt für nachhaltige Gewerbegebiets-Entwicklung stellte dann Dirk Kron vor, als Klimamanager der Stadt Freiburg verantwortlich für das Projekt „Green Industry Park“, an dessen Beispiel er zeigte, wie die Stadt im Breisgau seit 2014 ihr ältestes und größtes Industriegebiet prozesshaft zu einem zukunftsweisenden, nachhaltigen, energie- und ressourceneffizienten Industriegebiet mit bundesweitem Modellcharakter weiterentwickelt hat.
Moritz Tretter, KEFF+-Berater bei der Umwelt- und Energieagentur (UEA), berichtete schließlich von seinen Erfahrungen aus rund 70 Unternehmensgesprächen, in denen er Betriebe zu individuellen Ansätzen von Energieeffizienz und nachhaltiger Energieversorgung beraten hat. Dabei skizzierte er die Hürden und Herausforderungen, die ihm immer wieder geschildert werden, aber auch Lösungsansätze, die auch Kommunen direkt oder indirekt betreffen. Die Einsicht sei generell durchaus vorhanden, bei der Umsetzung gebe es aber nicht selten Konflikte mit der Bewältigung anderer Herausforderungen, denen sich die Betriebe ausgesetzt sähen. Sein durchaus optimistisches Fazit lautete: “Dran bleiben – es gibt an allen Ecken und Enden was zu tun.”
Alles in allem erreichte die Veranstaltung ihr Ziel, die zukünftige Versorgung von Gewerbegebieten und dabei eben vor allem die nachhaltige Energieversorgung genauer zu betrachten. Deutlich wurde, dass es zum einen eine motivierte Geschäftsführung braucht, die das Thema Energietransformation vorantreibt, andererseits aber auch die Kommunen gefragt sind, einen sicheren und langfristig planbaren Rahmen zu schaffen und die Versorgung der Gewerbegebiete gemeinsam mit den Unternehmen anzugehen.








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