Zu einer weiteren Ausgabe des Online-Formats EnergiewendeKompakt hatte Isabel Schonath, Koordinatorin des Kommunalen Klimaschutzvereins im Landkreis Karlsruhe (KSV) bei der UEA, für den Vormittag des 22. Juli 2025 eingeladen. Die rund 25 Teilnehmenden, die sich zuschalteten, nahmen wissenswerte Informationen und Ansätze rund um das Thema “Hitze und Gesundheit” mit. Unter den Gästen waren sowohl Bürgermeisterinnen bzw. Bürgermeister als auch Klimaneutralitätsbeauftragte aus den 32 Städten und Gemeinden im Landkreis.
Zum Auftakt wies Isabel Schonath darauf hin, dass der Klimawandel inzwischen auch in Deutschland weit mehr als eine ökologische Herausforderung ist, nicht zuletzt durch die zunehmend gravierenden Auswirkungen auf unsere körperliche und mentale Gesundheit. Da steigende Durchschnittstemperaturen, häufigere und intensivere Extremwetterereignisse wie Hitzeperioden, Starkregen oder Dürren zunehmend das Wohlbefinden und die Sicherheit der Menschen gefährdeten, seien auch die Kommunen in der Verantwortung, sich mit möglichen Maßnahmen gegen die laut Weltgesundheitsorganisation größte Gesundheitsbedrohung zu wappnen.
Auf das Thema Hitze und Hitzeschutz konzentrierten sich dann Jasmin Schneele und Barbara Koch vom Gesundheitsamt im Landratsamt Karlsruhe. Nach einem eindrücklichen Überblick über die tatsächliche Zunahme der Hitzetage in unseren Breiten gingen sie konkret auf gesundheitliche Auswirkungen bis hin zu Gefährdungen durch die zunehmend häufigere Hitze nicht nur auf Risikogruppen ein. Eine umfassende Reaktion zur Entwicklung von Gegenmaßnahmen könne ein landkreisweiter Hitzeaktionsplan sein, wie ihn der Landkreis Ludwigsburg als erster im Land umfassend aufgestellt habe. Er enthält einen ganzen Strauß an Ausgleichsmaßnahmen von Maßnahmenplänen für Kinder- und Pflegeeinrichtungen über eine Karte mit kühlen Orten im öffentlichen Raum bis hin zu frei zugänglichen Trinkwasserstellen. Abschließend zeigten sie den zugeschalteten Teilnehmenden eine Serie von Angeboten, mit denen das Gesundheitsamt die Kommunen im Landkreis unterstützen kann. Dabei wiesen sie auch auf das Format der Gesundheitskonferenz hin, die neben anderen Gesundheitsthemen auch den Hitzeschutz fest im Blick habe.
Möglichkeiten des baulichen Hitzeschutzes wandte sich anschließend Bettina Holzleiter zu, die sich als Architektin schon vor Jahren dem Nachhaltigen Bauen verschrieben hat. An einigen ihrer früheren Projekte wie etwa dem Umbau der Hohenzollernhöfe in Ludwigshafen zeigte sie, wie schon in den ersten Planungsphasen entscheidend Einfluss darauf genommen werden kann, dass ausreichend verschattete Aufenthaltsflächen mit angenehmem Grünambiente zur Verfügung stehen. So wurde nicht zuletzt das Konzept, Bestandsbäume durch Integration in ein Parkdeck zu erhalten, mit dem Staatspreis für Architektur und Städtebau ausgezeichnet. Dass es aber auch nach der Planung eine ganze Bandbreite von Hitzeschutzmaßnahmen von technischen Kühleinrichtungen bis hin zu Bepflanzungen gebe, rundete ihren Vortrag ab.
Im anschließenden kurzen Austausch zeigten sich die Zuhörerinnen und Zuhörer vorsichtig optimistisch, von den unterschiedlichsten vorgestellten Ansätzen den einen oder anderen auch in ihrem eigenen Wirkungskreis umsetzen zu können.
Wer am 22. Juli keine Zeit hatte und sich für das Thema interessiert, kann die Aufzeichnung kostenlos ansehen.







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